Wenn Schmelzwasser in die Dolinen sickert und Lerchen aufsteigen, streckt der Bärlauch seine zarten Blätter in schattigen Mulden. Achte auf den knoblauchigen Duft, matte Blattunterseiten und einzelne Blätter pro Stiel, um gefährliche Verwechslungen auszuschließen. Auf sonnigen Felsbändern kriecht Quendel, klein, würzig, robust. Sammle behutsam, lasse Blüten für Bestäuber stehen, und notiere, an welchem Hang die erste Blüte jedes Jahr beginnt.
Wenn die Reben singen und Zikaden die Mittagsruhe füllen, baut der Echte Salbei am mageren Hang seine ätherischen Öle auf. Ernte kurze Triebspitzen, nie ganze Büsche. Auf den Wiesen zwischen Trockenmauern zeigt Schafgarbe ihre feinen Dolden. Wähle trockene Vormittage, schüttele Käfer sanft ab, trage luftige Körbe, und trockne im Schatten, damit Farbe, Duft und Kraft bleiben.
Nach den ersten kalten Nächten werden Schlehen milder, Hagebutten süßer und das Laub licht. Sammle behutsam entlang der Hecken, lasse reichlich Nahrung für Vögel zurück, und denke an Handschuhe. In feuchten Wiesen können Löwenzahnwurzeln gestochen werden, kräftig und aromatisch. Ruhige Wintertage eignen sich zum Reinigen, Trocknen und Planen. Teile gelungene Sirupe, Tees und Vorratsideen mit der Gemeinschaft.
Hinter Trockenmauern, wo die Burja bricht, lässt sich die Flamme zähmen. Eine Brennnessel-Kartoffelsuppe im schweren Topf, mit Quendel und geröstetem Knoblauch, wärmt bis in die Finger. Wilder Spargel vom Rost, Zitronenzeste, Olivenöl aus Istrien, ein paar Schlehensalz-Flocken darüber: schlicht und festlich. Halte Wasser bereit, sichere Feuerstellen, respektiere lokale Regeln, und hinterlasse keinen Funken.
Schlehen werden zum samtigen Likör, wenn sie nach Frost mit Zucker und Schnaps Zeit bekommen. Hagebutten ergeben leuchtendes Mark, langsam passiert, entkernt, mit wenigen Tropfen Zitronensaft. Bärlauchstiele knacken in milder Salzlake, spritzig und grün. Trockne Salbei und Quendel bei niedriger Wärme im Schatten, in Netzen, damit die ätherischen Öle bleiben. Beschrifte Gläser sorgfältig, datiere Chargen, und probiere kleine Mengen zuerst.
Ein Kräutersalz aus Salbei, Quendel, Wacholder und grobem Meersalz begleitet Brot, Ofenkartoffeln und Käse. Für Forelle aus der Vipava: eine Marinade aus Quendel, Zitronenschale, Olivenöl, etwas Weißwein, ruhend im kühlen Schatten. Brennnessel-Pesto mit Mandeln und Kürbiskernen macht Nudeln fröhlich. Teile deine Lieblingsrezepte, stelle Fragen zur Dosierung, und berichte, welche Kombinationen in deiner Küche den Burja leise singen lassen.